40 Jahre proxomed: Wie aus Visionen Wirklichkeit wurde

Vom Isokinetik-Pionier zum internationalen Anbieter für Komplettlösungen: Die Geschichte von proxomed zeigt, dass es für Erfolg in der Gesundheitsbranche mehr braucht als erstklassige Geräte. Das Unternehmen unterstützt die Physio- und Rehabranche seit Jahrzehnten auch durch umfassenden Service – von Geräteschulungen vor Ort über Consulting für Physiotherapie, Reha und Medizintechnik bis hin zu Finanzierungs- und Marketingberatung. Angefangen aber hat alles mit einem einzigen Gerät – und mit beeindruckendem Weitblick.

Die Visionen waren bahnbrechend. Damals schon. Dabei konnte in den 1980er-Jahren noch niemand ermessen, welch zentrale Rolle aktives Training einmal im Gesundheitswesen spielen sollte. Der österreichische Unternehmer Wolfgang Herdlicka aber erkannte früh die Chancen des isokinetischen Trainings und die damit verbundenen Gewinnaussichten für ein Handelsunternehmen. 1986 gründete er in Fürstenfeldbruck die Firma proxomed, um im deutschsprachigen Raum den exklusiven Vertrieb von Isokinetik-Geräten des US-Herstellers Cybex aufzubauen.

compass Funktionsstemme

compass: proxomed entwickelt eigene Kraftgeräte-Linie

Wolfgang Herdlicka aber teilte die Visionen eines umfassenden Portfolios für den Gesundheitsmarkt nicht, und so verkaufte er im November 1990 das Unternehmen an Frank Kirchner und dessen Geschäftspartner Franz Sedunko. Die beiden neuen Inhaber und Geschäftsführer verlegten den proxomed-Stammsitz nach Wolfratshausen und eröffneten ein Vertriebs- und Servicecenter in Kahl (Unterfranken). Schließlich hatten sie große Visionen: die Entwicklung von Krafttrainingsgeräten exklusiv für die medizinische Rehabilitation. Die Zeit war reif – die ambulante Reha boomte.

Unter der Führung von Kirchner und Sedunko entwickelte proxomed die Kraftgeräte-Linie compass – bis heute Flaggschiff der Marke. Für die Produktion holte man den Fitnessgerätehersteller Ass Metallbau ins Boot, der nun die Aufgabe hatte, Kraftgeräte für die medizinisch-therapeutische Nutzung zu bauen, die sowohl den Anforderungen der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften (BG) als auch den Trainingsansätzen in der Rehabilitation für Leistungssport entsprachen. Der Erfolg gab Kirchner Recht: compass war die erste Krafttrainings-Linie, die von den deutschen BG für die erweiterte ambulante Rehabilitation zugelassen wurde.

compass in Japan

Potenter Investor in herausfordernden Zeiten

Die Aufbruchstimmung der frühen 1990er-Jahre wurde durch die Gesundheitsreform 1996/97 jäh beendet: Das am 1. Januar 1997 in Kraft getretene „Beitragsentlastungsgesetz“ sollte die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen dämpfen und machte vielen Rehakliniken und ambulanten Rehazentren in Deutschland den Garaus. Für proxomed bedeutete dies den abrupten Verlust des wichtigsten Kundenkreises.

Die Antwort: ein strategischer Neuanfang. 1998 stieg die Schweizer BERNINA-Gruppe, für die proxomed seit 1994 das Isokinetik-System Moflex vertrieben hatte, als Partner ins Unternehmen ein. Dies brachte nicht nur finanzielle Stabilität, sondern eröffnete auch den Zugang zu internationalen Märkten in Europa und Asien. Es entstand eine eigene Abteilung für International Sales, um Händlerstrukturen aufzubauen und die Marke proxomed global zu etablieren. „Eine Riesengeschichte war unser Schritt nach Asien“, erinnert sich Frank Kirchner: „Ab Januar 1999 wurden die Verbindungen nach Japan aufgebaut und wir belieferten über viele Jahre Hunderte Einrichtungen für geriatrische Rehabilitation exklusiv mit unseren medizinischen compass-Geräten.“ Anfangs wurden diese von Deutschland aus nach Fernost verschifft, inzwischen wird ein Teil der Geräte unter Lizenz in Japan gebaut.

proxomed als Hersteller: Noch mehr Qualität und Service durch eigene Produktion

2005 setzte proxomed einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensentwicklung: Durch Kauf der Ass Metallbau und Gründung der Produktionsfirma proxowell konnten die Trainingsgeräte jetzt unter eigener Regie hergestellt werden – für mehr Qualität, Preisstabilität und Unabhängigkeit. Kraft- und Vibrationsgeräte kamen fortan aus dem eigenen Werk, das 2013 von Bückeburg nach Luhden verlegt wurde. Als Vollanbieter lieferte proxomed jetzt Entwicklung, Herstellung, Verkauf, Schulung, Service, Marketing und Consulting aus einer Hand. Darüber hinaus vertrieb man weiterhin die Produkte namhafter Hersteller, die das Portfolio bis heute perfekt ergänzen.

Bildschirm mit proxoforce-Software.

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung im Gesundheitswesen entwickelte das Unternehmen in den 2010er-Jahren mit proxOS eine Software für klinisches Datenmanagement. Mittlerweile begleitet die Test- und Trainingsplansoftware proxoforce sowohl Therapeuten und Trainerinnen als auch Patientinnen und Patienten durch den gesamten Behandlungspfad in der Akut-, Aufbau- und Erhaltungsphase in verschiedenen Fachbereichen wie Orthopädie, Traumatologie, Neurologie sowie in der Sekundärprävention.

Sportbegeistert: Die Vertriebler Frank Kirchner und Michael Fuchs beim AlterG-Workshop im Stadion von Eintracht Frankfurt (2024).

Drei Marken unter einem Dach: Stark in die Zukunft mit der PHYSIOMED GROUP

Mit ERGOFIT und PHYSIOMED arbeitete proxomed seit vielen Jahren zusammen, und 2023 wurde aus den drei starken Marken ein Unternehmen mit hervorragenden Zukunftsaussichten: die PHYSIOMED GROUP. Natürlich bleibt proxomed auch unter dem neuen Dach seiner Vision treu: „Wir entwickeln Produkte, die bewegen, und bei unserer Arbeit stehen immer der Mensch und seine Gesundheit im Mittelpunkt“, betont Frank Kirchner. Er selbst hat seine Anteile am Unternehmen schon vor Jahren verkauft, ist jedoch bis heute für die PHYSIOMED GROUP tätig – als Vertriebsexperte für Großkunden.

Kirchner fasst die Entwicklung zusammen: „Es macht mich stolz zu sehen, wie sich das Unternehmen in den letzten fast 40 Jahren entwickelt hat: vom Handelsvertrieb mit Diagnostik- und speziellen Trainingsgeräten für Premium-Kunden zum Hersteller und Komplettanbieter in der Gesundheitsbranche. Wir stellen Produkte her, und natürlich leben wir vom Verkauf unserer Geräte. Aber für uns sind es weit mehr als nur Produkte: Es sind Trainingsgeräte, die Menschen dabei unterstützen, in ihren Alltag oder in den Sport zurückzufinden. Diese Aufgabe ist groß, aber auch unglaublich dankbar. Unser größter Gewinn ist zu sehen, wie viele Menschen wir in der Vergangenheit mit unseren Lösungen auf ihrem Weg zurück zur Gesundheit begleiten durften. Dafür sind wir stolz und dankbar – und daran werden wir auch weiterhin mit Hingabe arbeiten.“

Veröffentlicht am xx.01.2026