Qualitätssicherung – vom ersten bis zum letzten Schritt der Produktion

Wussten Sie, wie viele verschiedene Checks und Prüfungen ein Gerät der PHYSIOMED GROUP durchläuft, bevor es sich auf den Weg in eine Physiopraxis oder ein Rehazentrum macht? Ein komplexes System für Qualitätsmanagement begleitet den gesamten Produktionsprozess – vom Wareneingang über jeden Schritt der Montage bis hin zu Verpackung und Versand. Wir haben in der Produktionsstätte Pirmasens dem Team für Qualitätssicherung über die Schulter geschaut.

1. Wareneingangskontrolle: Wo Qualität beginnt

Besonders anschaulich lässt sich das komplexe System der Qualitätssicherung in der Produktionsstätte Pirmasens erleben, wo die medizinischen Geräte der Marken ERGOFIT und proxomed gefertigt werden. Die meisten Bauteile entstehen im eigenen Werk, doch einzelne Komponenten werden auch von anderen Firmen geliefert. Deshalb beginnt die Qualitätssicherung bereits beim Wareneingang. Denn schon die sorgfältige Wareneingangskontrolle trägt dazu bei, dass am Ende verlässliche Medizinprodukte in den Trainingsräumen stehen.

Bei der Anlieferung akribisch überprüft werden beispielsweise die Gewichtsplattenstapel, Herzstück der Kraftgeräte, die in Pirmasens gebaut werden: „Es ist immens wichtig, dass die Platten eine gleichbleibende Qualität haben – das gilt für die Pulverbeschichtung genauso wie für das exakte Gewicht“, erklärt Alexander Abst. „Um sicherzustellen, dass der Zulieferer im von uns definierten Toleranzbereich bleibt, gibt es bei uns im Werk ein spezielles Prüfverfahren – mit einer eigens entwickelten Software und einer kalibrierten Waage.“ Abhängig von der Liefermenge wird sogar der eine oder andere Gewichtsstapel komplett zerlegt und jede einzelne Platte kontrolliert. Am Ende erzeugt das System automatisch ein Zertifikat, das festhält, ob ein Gewichtsstapel innerhalb der Vorgaben liegt – oder nicht. „Beim Gewicht gab es noch nie Beanstandungen“, erzählt Abst. „Aber es kommt durchaus vor, dass die Pulverbeschichtung nicht sauber aufgetragen wurde. Solche Bauteile werden dann nachgearbeitet oder entsorgt.“

Kritische Augen inspizieren beim Wareneingang auch Zukaufprodukte wie Laserteile oder Kunststoffhauben für Kraftgeräte, die im Tiefziehverfahren gefertigt wurden. Je nach Bauteil prüfen speziell geschulte Kollegen Beschaffenheit, Farbe, Passform, spüren Beschädigungen, Druckstellen oder fehlerhafte Farbverläufe auf. Und sobald es heikel wird – etwa bei Rohmaterialien, denen man die spezielle Stahlsorte nicht einfach „ansieht“ – übernimmt der Fertigungsleiter höchstpersönlich.

2. Fertigungskontrolle: Handwerk, Erfahrung und ein geschultes Auge

Pulverung eines Probeteils zur Qualitätssicherung. Foto: Marion Trutter

Gitterschnittprüfung für perfekte Beschichtung

Wenn alle Teile perfekt verschweißt sind, folgt der nächste Produktionsschritt: die Pulverbeschichtung. Auch sie wird sorgfältig kontrolliert, denn die Beschichtung muss eine bestimmte Stärke und Deckkraft haben, muss perfekt haften und darf keine durchscheinenden Stellen aufweisen. „Um die Haftfestigkeit zu kontrollieren, machen wir die sogenannte Gitterschnittprüfung, die wir exakt dokumentieren“, sagt der QM-Manager. „Hierzu wird ein Probeteil gepulvert und dann durch Schnitte mit einem speziellen Gitterschnittmesser so eingeritzt, dass ein Quadratmuster entsteht. Im Vergleich mit Vorlagen der ISO-Norm 2409 können wir dann sehen, ob alles richtig eingestellt ist oder ob wir noch etwas an den Bauteilen oder der Maschine anpassen müssen.“

Als Teil des Fertigungsprozesses werden vor der Montage auch Displays, Netzteile und andere Hightech-Bauteile überprüft, die von externen Firmen zugeliefert wurden. Hierbei kontrolliert der Werker jedes einzelne Teil auf seinen äußeren Zustand und seine Funktion, bevor es im Gerät verbaut wird.

4. Endprüfung: die Stunde der Wahrheit

Geräte bereit zur Endprüfung. Foto: Marion Trutter

Bevor ein Produkt das Werk verlässt, muss es durch die härteste Kontrollinstanz: die Endprüfung. Hierbei wird das fertig montierte Gerät nach strengen Prüfprotokollen auf Herz und Nieren untersucht. Laufbänder werden zuvor noch einem mehrstündigen Dauertest unterzogen: definierte Zeit, definierte Geschwindigkeit und Strecke, definierte Belastung. Erst wenn das Gerät diese Ausdauerprüfung bestanden hat, kommt es in die Endkontrolle. Sie besteht für sämtliche proxomed- und ERGOFIT-Geräte aus 3 Schritten:

  1. Sichtprüfung: Jedes Gehäuse, jede Gewichtsplatte, jede wichtige Schraube, jede sensible Stelle wird nach einem feststehenden Prüfprotokoll gecheckt.
  2. Prüfung von Mechanik und Funktion: Sitze und Fußplatten verstellen, Rollen prüfen, Gurte kontrollieren, Rastbolzen testen, die Gewichtsplatten abstecken, Polster belasten. Alle mechanischen Funktionen werden einzeln kontrolliert. Dann führt der zuständige Kollege im Rahmen der Funktionsprüfung die vorgesehenen Übungen am Gerät durch – bis hin zur maximalen Trainingsbelastung.
  3. Elektrische Sicherheitsprüfung: Bei Medizinprodukten ist eine genau vorgegebene Kontrolle nach DIN EN 62353 üblich. Hierfür gibt es ein eigenes Prüfprotokoll.

Sämtliche während der Zwischen- und Endprüfung festgestellten Mängel werden akribisch dokumentiert. „So können wir eventuelle Schwachstellen aufspüren und eliminieren – sei es ein Fehler in der Montagebeschreibung, eine kurzfristige Änderung im Verfahren oder ein neuer Kollege, der an einem bestimmten Punkt noch vertiefte Schulung benötigt“, erklärt Alexander Abst. „Jedes Detail, das die Qualitätssicherung feststellt und dokumentiert, wird nachgearbeitet und abgestellt. Danach geht das Gerät erneut in die Prüfung, und erst wenn absolut keine Mängel mehr festzustellen sind, geben wir das Produkt frei.“

Nach Abschluss der Endprüfung erhält ein Gerät die Freigabe durch Unterzeichnung des Prüfprotokolls sowie das offizielle Typenschild. Das Produkt kann somit verkauft werden. Um gegenüber eventuellen Reklamationen gut abgesichert zu sein, wird in der Produktionsstätte der PHYSIOMED GROUP jedes einzelne Gerät auch noch abgefilmt: Optik, Funktion, Laufverhalten, Geräusche – alles. So entsteht ein lückenloser Nachweis, dass das Gerät das Werk in einwandfreiem Zustand verlassen hat.

5. Verpackung und Freigabe zum Versand: Qualität bis zur letzten Schraube

Veröffentlicht am xx.12.2025