Michael Faßbender: Vom Tennisfreak zum Vertriebsprofi mit Weitblick

Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Hier sitzt keiner, der Geräte „verkauft“. Erst einmal möchte er erfassen, was eine Einrichtung vorhat und warum. Er stellt zunächst die Frage, was für Patientinnen und Patienten sinnvoll ist – und erst dann, welches Equipment passt. Dass er mit Menschen arbeiten und sich für Gesundheit und Bewegung einsetzen will, wusste Michael Faßbender schon als junger Mann: Im Zivildienst betreute er körperbehinderte Kinder, studierte Sonderpädagogik und machte dann sein Diplom in Sportwissenschaften. Während des Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Tennis – und er betrieb den Sport „exzessiv“, wie er heute sagt. So schaffte es der junge Sportler bis in die erste 1. Verbandsliga, absolvierte die Ausbildung zum staatlich geprüften Tennislehrer und leitete schon früh eine der größten Tennisschulen in Nordrhein-Westfalen: „Manchmal stand ich 10 Stunden auf dem Hartplatz – es ist ein Wunder, dass meine Gelenke so lange gehalten haben.“ Nach Verkauf der Tennisschule, erweiterte er seine unternehmerische Erfahrung als Geschäftsführer einer großen multifunktionellen Sportanlage, bildete sich an der IHK weiter in BWL, Key-Account-Management und Marketing: „Das hat mir später im Vertrieb unglaublich geholfen. Im Studium lernst du sowas nicht“, sagt er.

Vom Court ins Consulting – und zu proxomed

Der nächste Schritt führte nach München – ins Consulting und Marketing bei einer Unternehmensberatung für Fitness- und Gesundheitseinrichtungen. Die Zahl der Kunden und der Umsatz wuchsen rasant, doch inhaltlich stieß der Sportwissenschaftler an Grenzen: „Ich wollte mehr bewirken, wollte mit meinem Hintergrund wirklich zur Gesundheit beitragen. Mir war damals schon klar: Therapie ist die Zukunft. Denn die Kunden wollen nicht nur Geräte, sie brauchen Konzepte“, erinnert sich Michael. 2008 stellte ein Kollege auf der FIBO den Kontakt zum damaligen proxomed-Vertriebsleiter her: „Die suchten gerade jemand für den Bereich Consulting in der Physiotherapie. Das passte perfekt zusammen.“

Patientenkybernetik: Praktisches Knowhow für die Physiobranche

Auf seinem Berufsweg begleitete Faßbender stets die Idee, Therapie ganzheitlich zu denken. Er ging zurück an die Uni, machte berufsbegleitend noch seinen Master in Komplementärmedizin und Kulturwissenschaften. Seine Masterarbeit „Proaktive Patientenkybernetik und mögliche Nutzen auf Versorgungsprozesse im deutschen Gesundheitssystem“ fand anschließend den Weg in die Praxis: Gemeinsam mit akademischen Partnern entwickelte Michael Faßbender ein Curriculum für Akteure im Gesundheitsbereich, das später speziell auf die Arbeit von Physiotherapeutinnen und -therapeuten zugeschnitten wurde. 2026 steht bereits die 20. Ausbildung zum Gesundheitsberater & Patienten-Manager an – immer mit der einen Frage im Mittelpunkt: Was nützt dem Menschen und seiner Gesundheit am besten, und wie können Physiopraxen optimal dazu beitragen?

Perfektes Team in Sachen Kommunikation: Michael Faßbender und Thomas Fehrmann. Foto: ??? von Website Patientenkybernetik

Brückenbauer im Innen und Außen

Heute bezeichnet sich Michael als „Tausendsassa im Unternehmen“, der mittlerweile auch für den Innendienst zuständig ist. Als Leiter Consulting und Vertrieb hat er in jüngster Zeit zwei kompetente Regionalleiter aufgebaut, die ihm viel Arbeit im Team abnehmen. Er selbst fungiert als Schaltstelle zwischen den unterschiedlichen Abteilungen wie Vertrieb, Außen- und Innendienst, Produktion, Logistik und Service, trägt deren Anliegen auch in die Geschäftsleitung. Er debattiert mit Verbänden und Politik über Medizinprodukteverordnung, über Rahmenverträge und Patientensicherheit, bringt die richtigen Leute an einen Tisch, baut Brücken, wo Kommunikation fehlt. Seine Meinung zählt – im Unternehmen und weit darüber hinaus.

Privat: Fokuszeit, Marley und der Tegernsee

Dass Gesundheit und Lebensqualität auch Disziplin brauchen, lebt Michael Faßbender im Persönlichen genauso wie im Job. Die tägliche Fokuszeit steht fest im Kalender, zum Beispiel morgens um acht eine Stunde mit Marley, dem Riesenschnauzer-Kromfohrländer-Mischling – draußen in der Natur, ohne Handy. Die Kollegen wissen: Um diese Zeit ist Michael nicht zu erreichen. Auch zweimal pro Woche Gerätetraining ist gesetzt. Auf Trab halten ihn außerdem drei Kinder, sieben Enkelkinder und seine Freundin. Und wann immer der enge Zeitplan es zulässt, geht’s aufs nagelneue Fahrrad, zum Wandern oder Skifahren – am liebsten am Tegernsee, der für Michael zur zweiten Heimat geworden ist. Auch die gerade überstandene Hüft-OP nimmt er sportlich: Gut vorbereitet durch KGG ging’s in die Klinik, die Reha läuft bestens, und bald schon will Michael wieder auf den Skiern stehen – oder ganz entspannt mit dem Katamaran über den Tegernsee segeln.

Alle Fotos: privat

Veröffentlicht am xx.01.2026