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proxomed Medizintechnik

Useletter 02 ::: 2008: Auf ein Wort

Interview mit Michael Lutz, Geschäftsführender Gesellschafter BITsoft GbR, Entwickler von proxOS über die Softwareinnovation.
 


Herr Lutz, in Rehazentren und Therapiepraxen werden Patienten mit einer Vielzahl von Geräten vermessen, getestet, trainiert. Mit zunehmender Technisierung steigt auch der Verwaltungsaufwand und der Kostendruck. Besteht da nicht die Gefahr, den Patienten aus den Augen zu verlieren?

Das ist ein Risiko, ja. Dabei ist die Vielfalt der unterschiedlichen Trainings- und Testverfahren gar nicht der entscheidende Punkt. Die tatsächliche Zahl unterschiedlicher Geräte in Reha-, Therapie- und Gesundheitssporteinrichtungen ist in der Regel eher überschaubar. Jedoch gibt es häufig viele Beteiligte an einem Behandlungsprozess, angefangen vom Arzt bis zum Fitnesszentrum. Deshalb ist das Gebot der Stunde, ein Datenmanagement aller Beteiligten in einem System zu erschaffen. Wenn es gelingt, alle zur Verfügung stehenden Informationen sinnvoll zu verschalten, tritt genau das Gegenteil der geäußerten Befürchtung ein. Der betreuende Arzt, Trainer oder Therapeut müsste sich um die Datenverwaltung keine Gedanken mehr machen und gewänne wertvolle Zeit.

Gemeinsam mit proxomed haben BITsoft und Ihr Schwesterunternehmen SportMed AG das Software-System proxOS entwickelt, um dem genannten Trend entgegenzuwirken. Was genau sind die Probleme der Datenverwaltung bisher und wie soll proxOS Behandlungsabläufe verbessern?

In der Realität findet man in Reha- und Therapieeinrichtungen leider mehrere vollkommen eigenständige Informationssysteme. Meist bringt jeder Gerätehersteller seine eigene Software mit. Beim Einsatz verschiedener, sich ergänzender Verfahren - also beispielsweise Kraft-, Koordinations-, Beweglichkeit- und Ausdauertests - entsteht so schnell eine inkonsistente Datenhaltung. proxOS versteht sich als Anwendersoftware, die sämtliche angeschlossene Systeme synchronisiert und sämtliche erfasste Daten zentral verfügbar macht. Ermöglicht wird dies durch eine Vielzahl von Schnittstellen, durch die proxOS mit allen an die Software angeschlossenen Systemen kommuniziert. So wird sichergestellt, dass an allen Geräte jederzeit sämtliche erhobene Daten zur Verfügung stehen.

Wie bedient proxOS die Anforderungen des Praktikers zur Steuerung alltäglicher Prozesse oder zum Qualitätsmanagement?

Das entscheidende Plus für das Qualitätsmanagement ist, dass erstmals eine sinnvolle Dokumentation darüber entsteht, wie sich Behandlungsergebnisse zu erfolgten Maßnahmen im Sinne von Effektivität und finanziellem Aufwand, also Effizienz, verhalten. Darüber hinaus spart proxOS eine Menge Zeit, und zwar durch die schlichte Tatsache, dass Personendaten nur noch an einer Stelle einmalig eingegeben und gepflegt werden. Das hört sich vielleicht banal an, man sollte aber wissen, dass im Behandlungsverlauf die vielfache Datenerfassung für einen einzigen Patienten die Regel ist.

Welche Anforderungen an ein gutes Softwaresystem sehen Sie zukünftig, und wie wird sich proxOS in diesem Kontext weiterentwickeln?

Der finanzielle Druck auf alle Gesundheitsanbieter steigt unaufhörlich. Deshalb wird es in der Zukunft immer wichtiger werden, bestimmten Krankheitsbildern mit hocheffektiven und effizienten Behandlungsleitlinien zu begegnen, die eigens für diesen Zweck erarbeitet wurden. Der Schlüssel zu einer solchen "Evidence Based Medicine" ist ein hochwirksames Datenmanangement. Eine Vielzahl von Informationen muss bereitgestellt werden, angefangen von Diagnosen bis hin zu Verordnungen und Behandlungsverläufen bzw. Behandlungsinhalten.
Leider zeigt sich genau an diesem Punkt eine der Hauptprobleme unseres Gesundheitssystems. Es gibt viele parallele und überschneidende Datenhaltungen, ohne dass diese verschalt- oder vernetzbar wären. Und genau in diesem geschilderten Kontext betritt proxOS die Bühne. Die Zahl der unter proxOS integrierbaren Systeme wächst ständig. Neben dem Ausbau der Integrations-Plattform werden wir die bereits geschaffenen Strukturen natürlich pflegen und optimieren. Insbesondere die Schnittstellen sind einem raschen Wandel unterzogen und auch die sich ständig ändernden technischen Anforderungen (Hardware, Betriebssysteme, Medizin- und Sicherheitsstandards etc.) sorgen dafür, dass es dem proxOS-Team in naher Zukunft nicht langweilig werden wird.

Herr Lutz, vielen Dank für das Gespräch!

 

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