

proxomed Medizintechnik
Useletter 03 ::: 2008: Auf ein Wort
"60+ trainiert anders." Interview mit AD Dr. med. Kurt Zimmer (Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung, Ruhr-Universität Bochum) über die Zukunft des Seniorentrainings.
Sehr geehrter Herr Dr. Zimmer, bis zum Ende des Jahres 2008 läuft in Zusammenarbeit mit dem Reha-Zentrum Oberhausen eine Studie zum Training für Senioren. Was erforschen Sie?
Unser zentrales Anliegen ist es, die Wirksamkeit von Training und Mobilität bei Senioren über 60 Jahren zu untersuchen. Bereits vor drei Jahren haben wir begonnen, in diese Richtung zu forschen. Damals wurden mit Mitgliedern eines Altenheims Tests zur Wirksamkeit von Krafttraining auf die Allgemeinkonstitution durchgeführt, übrigens auch schon in Oberhausen. Das Ergebnis war ein erstes Konzept für Seniorentraining, in dessen Mittelpunkt das Gerätetraining für ältere Menschen steht. Mit unserer aktuellen Forschung wollen wir dieses Konzept um weitere Trainingsaspekte erweitern, beispielsweise Funktionsgymnastik, Entspannungsübungen oder Gedächtnistraining.
Wie genau wird die aktuelle Studie durchgeführt?
Das passiert in drei Phasen. Jede davon stellt das Diplomprojekt eines Absolventen an unserem Lehrstuhl dar. Die erste Arbeit ist bereits abgeschlossen und hat die Veränderungen der motorischen Fähigkeiten bei älteren Menschen durch Training untersucht. Zudem wurden speziell für Senioren entwickelte Test- und Analysewerkzeuge aus dem Hause proxomed unter die Lupe genommen. Dazu gehört der Fragebogen aus der Spezial-Software golden age von proxomed, sowie ein Gerät zur Ermittlung der koordinativen Fähigkeiten der Testperson, das BIODEX Balance System SD. Die gerade laufende und auch die dritte, bis Ende des Jahres abgeschlossene Studie stellen neben Funktionsgymnastik und Lauftrainern vor allem die Kosten-Nutzen-Analyse von Seniorentraining in den Vordergrund. Dazu wird eigens ein Fragebogen zur Vorlage bei Krankenkassen entwickelt.
Können Sie bereits ein Zwischenfazit ziehen?
Im Augenblick ist es für uns entscheidend, nachzuweisen, dass das Gesamtkonzept aus Krafttraining und begleitenden Maßnahmen gut funktioniert. Hier sind die ersten Ergebnisse überaus zufriedenstellend. Ich meine damit nicht nur die objektiv gemessenen Daten, sondern auch die beobachtete hohe Motivation der Teilnehmer. Das Geheimnis ist der Abwechslungsreichtum des Trainingsparcours. Offenbar fällt den Senioren das Training an den Geräten viel leichter, wenn danach komplementäre Disziplinen wie Entspannungsübungen oder Gedächtnistraining auf dem Programm stehen. Menschen über 60 haben eine natürliche Scheu vor Gerätetraining. Wenn man es schafft, diese Hemmung zu überwinden, hat man schon viel gewonnen.
Das Krafttraining ist und bleibt also das wichtigste Element in Ihrem Konzept?
Ja. Obwohl wir natürlich gerade auf diesem Sektor eine gewisse Sättigung beobachten können. Niemand im Bereich Seniorensport verzichtet ja heute mehr darauf. Allerdings ist es noch mal ein Riesenunterschied, ob man Senioren nach einer Kurzeinweisung an x-beliebige Zugapparate setzt, oder ob man, wie wir das jetzt in Oberhausen machen, exzellentes High-tech und hervorragendes Know-how von Industrieseite einsetzt. Mit der Hard- und Software von proxomed haben wir erstmals die Möglichkeit, sämtliche Test- und Trainingswerte über eine zentrale elektronische Steuerung auszuwerten. Sogar in übersichtlicher grafischer Form, wie es die Software proxOS ermöglicht. Und wenn sich die Senioren derart motiviert dann auch noch gerne an die Geräte setzen, ist man auf gutem Wege, wichtige Daten für die Zukunft zu ermitteln.
In Ihrem Trainingslabor in Oberhausen scheint das ja schon ganz gut zu funktionieren. Was muss noch passieren, damit sich so ein Konzept auch in der Breite durchsetzen kann?
Zunächst geht es um eine Bewusstseinsveränderung und die ist, wie ich das beobachten kann, schon in vollem Gang. Bei vielen Senioren hilft hier die so genannte Kurmentalität. Wer jahrelang viel Geld in seine Kasse eingezahlt hat, möchte irgendwann auch einmal Leistungen in Anspruch nehmen. Hier könnte man mit guten Programmen ansetzen. Natürlich trifft man auch immer öfter auf ältere Menschen, die sich bewusst sind, dass sie etwas tun müssen, um nicht als Pflegefall zu enden. Im Bereich der Pflegeeinrichtungen ist Seniorentraining ein entscheidendes Thema der Zukunft, wenn wir den demografischen Wandel betrachten. Gerade in den Senioreneinrichtungen ist aber noch die meiste Überzeugungsarbeit zu leisten, damit dort professionell gearbeitet wird, also softwarebasierte und gerätegestützte Konzepte zum Einsatz kommen.
Welche Rolle kann dabei ein Unternehmen wie proxomed spielen?
Eine große, zumindest sind alle Voraussetzungen gegeben. Wer auf der FIBO 2008 war, weiß, wovon ich spreche. Es ist immer erstaunlich, wie proxomed es schafft, unter der Vielzahl von Angeboten herauszustechen. Und das liegt nicht nur an den hervorragend verarbeiteten Geräten. Sondern eben vor allem daran, dass die Kunden merken: Hier werden nicht nur schicke Maschinen verkauft, sondern auch die Garantie, dass man gut beraten wird, ein System dahinter steckt. Der Markt ist da, die Mittel sind auch vorhanden, das Konzept bald ausgereift. Es kann eigentlich losgehen.
Herr Zimmer, vielen Dank für das Gespräch!
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