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proxomed Medizintechnik

Useletter 01 ::: 2010: Interview

"Mit Weitsicht und Intuition: Wir stehen immer am Anfang, nie am Ende."

Interview mit Antoni Mora (CEO proxomed Medizintechnik) über ein Dutzend Jahre in der proxomed-Geschäftsleitung.

Herr Mora, wie lange sind Sie schon in der Position des CEO bei proxomed?

Seit dem 3. Juli 1998 bin ich in der Geschäftsleitung der proxomed tätig. Ein knappes Jahr später, im Juli 1999, übernahm ich den Vorsitz, also die Position des CEO. Bei der proxowell, der Tochtergesellschaft der proxomed, trage ich ebenfalls als alleiniger Geschäftsführer die Verantwortung.

Wie kamen Sie eigentlich zu proxomed?

Meinen Berufsstart hatte ich bei der BERNINA, einem Schweizer Traditionsunternehmen in Familienbesitz. Im Konzern durfte ich über Jahre viele unterschiedliche Aufgaben im Management wahrnehmen. Als wir im Jahr 1994 beschlossen hatten, im Medizinmarkt Fuß zu fassen, wurde ich mit der Aufgabe beauftragt, den Markt zu sondieren. Meine Recherchen ergaben, dass der Medizintechnikmarkt eine positive Unternehmensentwicklung ermöglicht, und zwar weit über den in anderen Geschäftsmodellen üblichen Wachstumsraten. Anfang 1995 begann ich mit einem kleinen Team, nach Partnern für ein solches Projekt zu suchen. Das war zunächst ernüchternd, der erste Deal scheiterte spektakulär. Kurze Zeit später fanden wir unsere "Braut" doch noch – die heutige proxomed. Und somit war es auch klar, dass ich von Anfang an Mitverantwortung in der Geschäftsleitung übernehme und versuche, die Interessen des Inhabers direkt vor Ort zu vertreten. Ursprünglich war mein Engagement auf drei Jahre befristet.

Wie hat sich proxomed aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren entwickelt?

Vom Händler zum Komplettanbieter. Das hört sich schlicht an, ist aber ein grundlegender und langwieriger Transformationsprozess, der noch nicht ganz abgeschlossen ist. Denn er bedeutet den Aufbau zusätzlicher Geschäftsmodelle, wie "Finance", "Consulting", "Klinik-customizing" und Softwarelösungen. All dies stellt hohe Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter, an die Organisation und an das Management. Insbesondere, weil wir die Software und Hardware auch größtenteils selbst entwickeln und produzieren. Eine der größten Herausforderungen der nächsten Zeit sehe ich deshalb darin, dass sich unsere Mitarbeiter zu "Mitunternehmern" entwickeln, die lernen, unternehmerisch zu denken und eigenverantwortlich zu handeln. Ebenso wichtig wie die Flexibilität und Entwicklungsbereitschaft nach innen ist natürlich auch die Pflege unserer Beziehungen nach außen: Neue Partnerschaften und Kooperationen einzugehen und bestehende zu pflegen, wird gerade in Zukunft von essenzieller Wichtigkeit für uns sein. Schließlich wollen wir weiter wachsen. Oder um es mit den Worten unserer Inhaberfamilie und insbesondere von Herrn Ueltschi zu sagen: "Wir stehen immer am Anfang, nie am Ende."

Für jemanden wie Sie, der wirklich von Anfang an dabei war, muss eine solche Erfolgsgeschichte bestimmt auch mit vielen Emotionen verbunden sein.

Ja, das ist in der Tat so. Wenn ich überlege, wie ich 1995 zusammen mit zwei Mitarbeitern sondierte, was im Gesundheitsmarkt überhaupt erreicht werden kann ... Wenig später stiegen wir dann bereits bei proxomed ein. Einem ausschließlich in Deutschland aktiven Händler, gebeutelt von der Seehofer-Gesundheitsreform, der über seine strategische Positionierung nachdachte. Diese damals kleine Firma bauten wir schließlich zur heutigen proxomed auf, zu einem Produzenten eigener Trainingsgeräte, mit eigener Software- und Hardwareentwicklung. Wir sind von 19 Mitarbeitern auf 70 gewachsen, in Deutschland mit 13 Vertriebsleuten vertreten. Ein International Department, das Österreich, Schweiz, Japan, China, Russland, Belgien, Korea, die Vereinigten Emirate und weitere Länder betreut. Außerdem proxomed Malaysia, die den südostasiatischen Markt bearbeitet. Wir haben zusätzlich ein starkes Produktmanagement, ein eigenes leistungsstarkes Marketing und Consulting aufgebaut. Bei diesem rasanten Entwicklungsverlauf und auch dem künftigen Marktpotenzial glaube ich manchmal zu träumen.

Viele Mitarbeiter loben besonders das familiäre Betriebsklima bei proxomed. Was ist das Geheimnis dieser kollegialen Atmosphäre in Ihrem Unternehmen?

Wie schon erwähnt, habe ich meine gesamte Schaffenskraft der Familie Ueltschi-Gegauf, den Inhabern von BERNINA, zur Verfügung gestellt. Großvater und Mutter von Herrn Ueltschi sowie selbstverständlich auch er selbst haben mich durch ihr unternehmerisches Verhalten in vielen Aspekten positiv geprägt. Ich hatte und habe das Privileg, immer in einem menschlichen und familiären Umfeld tätig gewesen zu sein, in der Leistung und Zielerfüllung sehr wichtige Grundvoraussetzungen sind. Trotzdem steht stets der Mensch im Mittelpunkt. Das versuchen mein Management und ich allen Mitarbeitern bei proxomed weiterzugeben.

Wie sehen Sie Ihre persönliche Zukunft?

Nachdem aus maximal drei Jahren nun schon 12 Jahre geworden sind, fühle ich mich mehr als ein proxomed- als ein BERNINA-Mann. Die Aufgabenstellung für die proxomed, eine führende Unternehmung in unserem Markt zu werden, ist geschafft und diese Position auszubauen, erfüllt mich zur Zeit voll und ganz. Solange es die Gesundheit zulässt und ich spüre, dass ich die Unternehmensentwicklung positiv prägen kann, werde ich unsere Ziele konsequent weiter verfolgen und die dazu notwendigen Maßnahmen umsetzen. Was für mich beruhigend ist, ist die Tatsache, dass der nun eingeleitete Weg, unser Management neu zu strukturieren und die Kapazitäten aufzustocken, weiter verfolgt werden kann. Ich kann auf ein tolles Team zurückgreifen. Somit ist die bisher vorhandene Abhängigkeit von der Geschäftsleitung reduziert worden und die Kontinuität der strategischen Vorgaben gesichert. Das lässt mich ruhiger schlafen.

Sehr geehrter Herr Mora, herzlichen Dank für das Gespräch.

 

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